Programm

Programm der Afghanischen Sozialdemokratischen Partei (ASDP)

Einleitung

Unser historisches und traditionsreiches Land Afghanistan hat im Lauf der Geschichte sowohl Ruhm wie Höhen und Tiefen erfahren. Unser Volk hat in kritischen Perioden die nationale Ehre, die Unabhängigkeit, die territoriale Integrität und die nationale Souveränität des Landes heldenhaft verteidigt und bewahrt. Dieser Geist der nationalen Souveränität und Unabhängigkeit ist in den Köpfen und Herzen der Bevölkerung immer lebendig geblieben.

Individuelle und nationale Freiheit sowie soziale Gerechtigkeit waren ebenso schon sehr früh im Wesen dieses Landes vorhanden. Nach der Übernahme des Islam in Afghanistan sind diese positiven traditionellen Werte noch verstärkt worden.

Als in den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts (1964) organisierte politische Betätigung erlaubt wurde, gründeten einige national gesinnte Persönlichkeiten am 8. März 1966 die Afghanische Sozialdemokratische Partei als eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Als Lehre aus der Geschichte hat diese Partei als ihre Hauptziele proklamiert:

Unabhängigkeit, Territoriale Integrität
Islam, Liebe zum Volk und zur Heimat
Nationale Einheit, Demokratie
Fortschritt und Soziale Gerechtigkeit.

Diese Ziele sind ins Parteiprogramm von 1973 aufgenommen und veröffentlicht worden.
Weil in den sechziger Jahren des 20. Jahrs. wirtschaftliche Unterentwicklung, ungleiche Verteilung des nationalen Einkommens und die schwache Demokratie das Problem der Zeit und unserer Gesellschaft darstellten, hat die Auseinandersetzung mit diesen Problemen Namen und Zielsetzung der Partei bestimmt.

Durch den kommunistischen Putsch im Land, die militärische Invasion der Sowjetunion und danach durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen afghanischen Fraktionen wurden die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme noch verstärkt. Ebenso hatten auf internationaler und regionaler Ebene starke politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen stattgefunden.

Diese Veränderungen haben die ASDP dazu bewogen, Richtlinien und Programm der Partei zu überdenken, neu zu interpretieren und mit den Werten anderer Ideologien in der Welt zu vergleichen, um dadurch den Menschen des Landes die Ziele der Partei verständlich zu machen.

Das aus drei Teilen, nämlich einem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Teil bestehende Programm der Partei wurde am 27. Juli 1995 in Peshawar auf einem Kongress, zu dem sich Parteimitglieder aus allen Teilen des Landes versammelten, verabschiedet und es wurde erläutert, warum die Bevölkerung dieses unterstützen sollte.

Politische Angelegenheiten

Identität und Form des Staates


Afghanistan ist ein unabhängiger, afghanischer und islamischer Staat. Alle diejenigen Gruppierungen, die der Unabhängigkeit des Landes Schaden zufügen, werden entschiedenem Widerstand der ASDP begegnen.

In den vergangenen 17 Jahren haben einige politische Organisationen die Unabhängigkeit

Afghanistans nicht entsprechend geachtet und Vorschläge für eine Föderation oder Konföderation mit anderen Ländern unterstützt.

Die ASDP besteht auf der Unabhängigkeit Afghanistans und ist gegen jede Föderation und Konföderation mit anderen Staaten. Wir sind überzeugt, dass unser Volk wie immer zu Opfern für die Unabhängigkeit des Landes bereit ist und den Standpunkt und den Kampf der ASDP in diesem Zusammenhang unterstützt.

Afghanistan ist ein afghanischer Staat, dessen Grundstein Ahmad Shah Baba (1747) gelegt hat. In Afghanistan leben verschiedene ethnische Gruppen; obwohl die Paschtunen die größte dieser Gruppen sind, ist die ASDP der Auffassung, daß alle Bürger des Staates ohne Berücksichtigung der ethnischen, sprachlichen, rassischen und konfessionellen Zugehörigkeit die gleichen Rechte und Pflichten haben.

Die Partei betrachtet jeden Afghanen als berechtigt, bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen für staatliche Ämter zu kandidieren, vorausgesetzt, er (oder sie) ist nicht gegen die afghanische Identität des Staates.

Die Partei gibt jeder ethnischen Gruppe das Recht, ihre Sprache zu entfalten, aber nur Paschtu und Dari werden als offizielle Sprachen anerkannt, wobei bekräftigt wird, dass Paschtu auch die nationale Sprache des Landes ist. Die Partei unterstützt in diesem Zusammenhang die Verfassung von 1964.

Der afghanische Staat hat neben der afghanischen auch eine islamische Identität. Die afghanische Bevölkerung besteht fast zu 100% aus Muslimen. Der Islam spielt in allen Bereichen des Lebens eine bedeutende Rolle. Die Partei ist der Meinung, dass die Rolle des Islam in der Gesellschaft von jeder politischen Bewegung akzeptiert werden soll. Die ASDP hat seit ihrer Gründung die Rolle des Islam in Politik und Gesellschaft in Theorie und Praxis stets ernst genommen und die Verteidigung des Islam als wichtige Aufgabe betrachtet. Die Partei unterstützt noch immer die Rolle des Islam in Politik und Gesellschaft, aber erlaubt keinen politischen Bewegungen und keiner Person, den Islam zu missbrauchen. Obwohl der Islam nicht gegen die republikanische Staatsform und gewählte Regierungen ist, lehnen einige islamische Gruppierungen vom Volk gewählte Regierungen ab und gestehen das Privileg der Machtausübung nur ihrer eigenen Gruppe oder einer bestimmten Schicht zu. Die ASDP ist der Ansicht, dass alle afghanischen Staatsbürger und politischen Organisationen das Recht haben, sich um die Stimmen der Mehrheit der Bevölkerung für eine Regierung zu bemühen, aber niemand hat das Recht, gegen den Willen der Bevölkerung zu regieren. Die Partei sieht keinen Widerspruch zwischen Islam, Demokratie, nationaler Souveränität und vom Volk gewählten Regierungen. Die Partei betrachtet jede Regierung als islamisch, welche die Sharia durchführt. Die Partei bevorzugt die hanafitische Richtung des Islam in der Rechtsordnung. Außer zur Zeit der kommunistischen Regierungen waren alle früheren afghanischen Regierungen islamisch, denn in dieser Zeit herrschte die Sharia und in diesem Zusammenhang hatten die Verfassungen von 1933, 1964 und 1977 für Klarheit gesorgt.

Die ASDP lehnt für Afghanistan eine föderalistische Staatsform ab, statt dessen unterstützt sie eine zentrale einheitliche Verwaltung. Diese Partei unterstützt die Bildung einer nationalen Gesellschaft. Eine nationale Gesellschaft kann dann entstehen, wenn alle Staatsbürger sich ohne sprachliche, ethnische, religiöse und regionale Unterschiede als Mitglieder der afghanischen Gesellschaft betrachten und dieser gegenüber loyal sind. Die Partei besteht auf der afghanischen Identität von Staat und Gesellschaft.

Nationale Souveränität und Demokratie

Die ASDP glaubt nach der Herrschaft Gottes an die Herrschaft des Volkes. Die Partei lehnt die alleinige Herrschaft einer Partei, einer bestimmten Person, einer bestimmten Familie oder einer bestimmten Gruppe ab. Sie lehnt auch erbliche Staatsführung ab, ebenso das Machtmonopol in Händen einer Gruppe, gleichgültig unter welchem Namen. Diese Partei akzeptiert nur nationale Souveränität und besteht darauf, daß die politische Führung vom Volk gewählt wird und nur mit der Zustimmung der Bevölkerung weiterregiert. Nationale Souveränität ist die Grundlage der Demokratie.

Das Prinzip kann auf verschiedene Weise erfüllt werden. Die ASDP bevorzugt eine parlamentarische Demokratie. Aber wenn der Regierungschef nicht vom Parlament, sondern vom Volk gewählt wird, ist die Partei nicht dagegen. Ebenso unterstützt die Partei eine parlamentarische Verhältniswahl und betont, daß diejenigen Parteien, die im ganzen Land weniger als 5% der Stimmen bekommen, nicht berechtigt sind, im Parlament vertreten zu sein, denn viele kleine Gruppen verursachen Instabilität im Lande. Obwohl wir die Verhältniswahl bevorzugen, hat die Partei nichts gegen Wahlkreisvertreter.

Politische Parteien

Die ASDP glaubt fest an die politische Demokratie. Sie ist der Auffassung, dass in der politischen Demokratie politische Parteien notwendig sind. Wir kennen weltweit keine Demokratie, in der politisch Parteien nicht vorhanden sind.

In unserer Zeit werden die wichtigen Entscheidungen mit der Zustimmung der Bevölkerung getroffen,
demokratische Entscheidungen benötigen die Unterstützung der Mehrheit. Unserer Auffassung nach kommt die Meinungsbildung einer Mehrheit zu wichtigen Themen aufgrund der politischen Aktivitäten der Parteien zustande. Politische Parteien haben die Aufgabe, die wichtigen Themen in der Gesellschaft zu erkennen, in diesem Zusammenhang der Bevölkerung Alternativen zu präsentieren, die Stärken und Schwächen dieser Alternativen in der Öffentlichkeit zu diskutieren und der Bevölkerung geeignete und akzeptable Kandidaten zu präsentieren, um so die Mehrheit der Stimmen und damit die Mehrheit im Parlament zu erlangen. Mit dieser sind sie in der Lage, Gesetze zu verabschieden und diese durch die Exekutive durchzusetzen.

Manche Gruppierungen missbrauchen die Demokratie, um sie zu zerstören, indem sie politische Unruhe schaffen. Die ASDP ist davon überzeugt, dass antidemokratische Gruppen nicht die Gelegenheit erhalten sollen, die Demokratie zu zerstören. Die Demokratie muß das Recht haben, sich zu verteidigen. Die ASDP besteht darauf, dass diejenigen Gruppen nicht zugelassen werden sollen, die an Demokratie nicht glauben, zur Unabhängigkeit Afghanistans, der territorialen Integrität, Souveränität und der nationalen Einheit des Landes nicht loyal sind und den Islam nicht akzeptieren. Daher dürfen sich solche Gruppen politisch nicht frei engagieren. Wer Demokratie und Islam ablehnt oder Afghanistan gegenüber nicht loyal ist, soll nicht von einer politischen Partei, sondern von einer unabhängigen Kommission entschieden werden. Die ASDP ist der Meinung, dass die Aktivitäten antidemokratischer und antiislamischer Gruppierungen und auch jener, die eine Desintegration des Landes anstreben, gesetzlich unterbunden werden. Wenn die Aktivitäten solcher Gruppen gesetzlich nicht verhindert werden, ist es möglich, dass im Lande politische Unruhe entsteht.

Rechte des Einzelnen

Demokratie ist ein gerechtes Instrument zur Lösung gesellschaftlicher und politischer Konflikte. In der Demokratie ist die Gruppe zur Regierung berechtigt, welche in der Bevölkerung eine Mehrheit der Stimmen erlangt. Die Werte der Mehrheit sind im Rahmen des Gesetzes die herrschenden Werte. Aber einige individuelle und gesellschaftliche Rechte müssen vor der Mehrheit geschützt werden. Die Mehrheit hat kein Recht, die individuellen Rechte und das Recht der Minderheit zu ignorieren. Die ASDP besteht auf der Loyalität aller Afghanen zum Staat, betont aber, dass zwischen dieser Loyalität und den individuellen Rechten eine gesunde Balance vorhanden sein soll. Die Partei betrachtet unter anderem folgende Rechte des Einzelnen als geschützt:

1. Freiheit der Rede und Schrift
2. Reisefreiheit im In- und Ausland
3. Freizügigkeit
4. freie Wahl des Arbeitsplatzes im In- oder Ausland
5. Glaubensfreiheit, Freiheit des Gottesdienstes
6. Unverletzlichkeit der Wohnung.

Bei individuellem Vergehen darf nicht eine andere Person bestraft werden.
Jene politischen Systeme, die zwischen dem Recht des Einzelnen und der Pflicht zur Loyalität gegenüber dem Staat kein gesundes Gleichgewicht bewahren, können sich sehr schnell in eine Diktatur verwandeln.

In Afghanistan messen Kommunisten und sogenannte islamische Gruppierungen diesem Gleichgewicht nicht nur kaum Bedeutung bei, sie missachten auch völlig die individuellen Rechte. Unserer Meinung nach ist dies der erste Schritt zur Diktatur. Die ASDP kämpft vehement für die Rechte des Einzelnen und gegen die Diktatur.

 

Nichtregierungs-Organisationen (NGO)

Die ASDP unterstützt neben dem Schutz und Erhalt der Rechte des Individuums auch die Entwicklung und Entfaltung der sozialen, wirtschaftlichen und berufsbezogenen Nichtregierungs-Organisationen. Unserer Meinung nach ist die Entwicklung der NGO für die Entwicklung der Demokratie sehr wichtig.
In den Gesellschaften, wo die sozialen, wirtschaftlichen und berufsbezogenen Institutionen in Händen des Staates sind, werden die Rechte des Einzelnen beschränkt und die Demokratie zerstört Aus diesen Gründen unterstützt die ASDP die Gründung und die Entfaltung verschiedener Vereinigungen wie die der Religionsgelehrten, Schriftsteller, Ingenieure, Lehrer, Bauern, Ärzte, Geschäftsleute, Künstler. Die Erfahrung zeigt, dass das Vorhandensein der NGO im Lande gegen Zwang und Diktatur wirkt und der Demokratie dient.

 

Afghanische Flüchtlinge

Die russische Invasion in Afghanistan stellte für die Geschichte dieses Landes eine große Katastrophe dar. Auf Grund dieser Invasion sind ca. 5 Millionen Afghanen nach Pakistan, in den Iran und in andere Länder geflüchtet.
Wenn im Lande wieder Frieden herrschen würde, werden mit großer Wahrscheinlichkeit die in den Iran und nach Pakistan geflüchteten Afghanen in ihre Heimat zurückkommen. Diejenigen afghanischen Flüchtlinge, die in arabischen Ländern, in Europa, in den USA, in Kanada und in Australien leben, werden wahrscheinlich auch nach der Festigung des Friedens nicht sehr zahlreich nach Afghanistan zurückkehren. Dieser Zustand des Nichtzurückkehrens bringt ein großes Problem für Afghanistan mit sich. Die Beziehung und der Kontakt der afghanischen Regierung mit Personen, die nach der Invasion der SU oder aus Angst vor manchen ignoranten Gruppen geflüchtet sind und in anderen Ländern leben,
muss von neuem geregelt werden.
Einige afghanische politische Organisationen, die sich im Westen befinden, haben negative Vorstellungen von afghanischen Flüchtlingen und sind aus politischen und kulturellen Gründen gegen einen intensiven Kontakt und feste Beziehungen zwischen Afghanistan und den Flüchtlingen.
Die ASDP ist der Meinung, dass sich die Regierung bemühen muss, zwischen Afghanen und afghanischen Flüchtlingen feste Bindungen und Beziehungen zu ermöglichen. Die afghanische Regierung soll afghanische Flüchtlinge dazu bewegen, nach Afghanistan zurück zu kommen oder zumindest manchmal als Besucher der Verwandten oder als Touristen dort hin zu reisen. Ebenso sollten die wohlhabenden im Ausland lebenden Afghanen dazu bewegt werden, in Afghanistan zu investieren und die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern, in denen sie leben, und Afghanistan zu eröffnen und zu fördern und Visa und Reiseerleichterungen für afghanische Flüchtlinge nach Afghanistan zu ermöglichen. Solche Beziehungen können einerseits die Entfremdung der afghanischen Flüchtlinge von der Heimat verhindern und andererseits die afghanische Wirtschaft positiv beeinflussen. Es gibt viele afghanische Flüchtlinge, die wiederholt die gute Beziehung und Treue zu ihrem Vaterland gezeigt haben.
Die ASDP will, dass die Regierung versuchen soll, nicht nur die Beziehung der afghanischen Flüchtlinge zum Heimatland zu festigen, sondern auch die Erleichterung einer festen Beziehung zwischen dem Vaterland Afghanistan und den Flüchtlingen herzustellen.

 

Außenpolitik

Die Unabhängigkeit und nationale Souveränität, die Unversehrtheit des Landes und die nationale Herrschaft sind die Grundpfeiler der ASDP. Die Wertschätzung und Bewahrung dieser Prinzipien und Ziele liegt an der vordersten Stelle für die Außenpolitik der Partei. Die Beziehungen mit anderen Ländern bewertet die ASDP auf Grund der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten Afghanistans. Diese Partei will mit allen Ländern, insbesondere mit den Nachbarländern freundschaftliche Beziehungen unterhalten.
Obwohl während der russischen Invasion in Afghanistan die Nachbarn bei der Verteidigung des Landes behilflich und sehr aktiv waren, haben sie später aber auch bei der Zerstörung Afghanistans ihre Hände im Spiel gehabt. Deshalb zeigen viele Afghanen über manche Nachbarn eine Unzufriedenheit.
Die ASDP will aber mit allen Nachbarn feste Freundschaft halten. Diese Freundschaft kann aber nur dann Realität werden, wenn sich alle Länder, bes. die Nachbarländer, nicht in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einmischen. Die ASDP unterstützt Afghanistan dabei, mit allen islamischen Ländern eine gute feste Beziehung zu halten. Mit den islamischen Ländern haben wir religiöse, kulturelle und historische Verbindungen. Wir hoffen, dass sich manche reichen islamischen Länder bei den Projekten für den Wiederaufbau Afghanistans stark beteiligen. Aber wir geben keinem Land das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einzumischen.
Die ASDP will mit der westlichen Welt, die den afghanischen Widerstand unterstützt hat, gute freundschaftliche Beziehung haben und hoffen, dass sie bei den Wiederaufbauprojekten Afghanistans ihre Unterstützungen nicht verweigert. Auf internationaler Ebene unterstützt die Partei die Satzung der UNO. Ebenso glaubt die Partei an die Proklamation der Menschenrechte der UNO und verlangt in der ganzen Welt die Achtung der Menschenrechte. Die Partei meint, jene Regierungen, die die Menschenrechte mit Füßen treten, müssten mit internationalen Sanktionen rechnen. Die Partei unterstützt auch die Rolle der UNO bei der Bewahrung und Festigung des Friedens.
Die ASDP will in der ganzen Welt, insbesondere in unserem Raum eine friedliche Lösung der Auseinandersetzung erreichen.
Manche Länder dieses Raumes haben bezüglich der Grenzziehung, die durch die
Einmischung der europäischen Kolonialherrschaft aufgezwungen sind, grundlegende Probleme und Meinungsverschiedenheiten. Trotz der Erkenntnis und des Ernstes dieser Probleme sind wir der Meinung, dass die militärische Auseinandersetzung keine Probleme in der gewünschten Form gelöst haben. Außerdem haben viele solche militärische Auseinandersetzungen viele arme Länder dieses Raumes gezwungen, Milliarden US Dollar für die Rüstung auszugeben, anstatt für die Entwicklung und Entfaltung der verschiedenen Organisationen und Vereinigungen , wie religiöse Vereine, Vereine der Schriftsteller, Lehrer, Künstler, Ärzte, kleine Ladenbesitzer und Bauern Geld zur Verfügung zu stellen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß in einer Gesellschaft durch das Vorhandensein der unabhängigen und Nichtregierungs-Vereinigungen und Organisationen die Entwicklung der Tyrannei und Diktatur verhindert wird und der Entfaltung der Demokratie dient.

 

Zusammenfassung


Als Wertschätzungsskalen der Politik werden bei der ASDP die Unabhängigkeit, die Unversehrtheit des Landes und die nationale Souveränität betrachtet. Im Bezug auf die Wertschätzung und die Wichtigkeit dieser Prinzipien wird die Partei mit niemandem Kompromisse schließen. Diese Partei betont die Regierungsform des Landes als afghanisch und islamisch. Wir wollen im Land ein einheitliches Verwaltungssystem und lehnen jene föderalistischen und separatistischen Pläne strikt ab, die eine Trennung fordern, welche sich auf die ethnische und völkische Eigenheit stützt. Die ASDP unterstützt in der Regierung und in der Gesellschaft die wichtige Rolle des Islam und will das Rechtssystem auf Grundlage der hanafitischen Indikation.
Für uns ist jene Regierung als akzeptabel zu betrachten, die vom Volk in freien Wahlen gewählt ist. Diese Partei unterstützt stark die Demokratie und bevorzugt eine parlamentarische Verhältniswahl. Die ASDP betrachtet die Freiheit der Aktivität der Parteien für die Demokratie als notwendig, betont aber, dass antidemokratische Parteien nicht erlaubt werden und es auch nicht gestattet, die Demokratie als Werkzeug für die Vernichtung der Demokratie zu benutzen.
Die Partei glaubt an das Privatrecht, das von niemand abgelehnt werden kann. Wir unterstützen die Bildung von staatlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und berufsbezogenen Vereinigungen und Organisationen, welche die Entfaltung solcher Vereinigungen als Notwendigkeit für die Entwicklung der Demokratie betrachten.
Die ASDP will, dass die Beziehung von afghanischen Flüchtlingen mit Afghanistan dauernd bestehen soll. Diese Partei unterstützt die freundschaftliche Beziehung mit allen Ländern, besonders mit den Nachbarländern und islamischen Ländern. Aber wir betrachten die Einmischung der Ausländer in die inneren Angelegenheiten Afghanistans als Akt der Feindseligkeit. Wir wollen auf internationaler und regionaler Ebene die friedliche Lösung der Konflikte zw. Nationen und wir sind in dieser Region gegen einen Rüstungswettlauf. Wir unterstützen in der ganzen Welt die Menschenrechte.

 

Wirtschaftliche Lage

Die ASDP unterstützt ein gemischtes Wirtschaftssystem, und zwar den Privatsektor und den staatlichen Sektor.

Privatsektor

Die ASDP unterstützt das marktwirtschaftliche System, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Marktwirtschaft für die wirtschaftliche Entwicklung besser geeignet ist als jedes andere System. Das marktwirtschaftliche System basiert auf Privateigentum und Privatinitiative. Das Privateigentum und die Privatinitiative ist sowohl mit den Prinzipien des Islam zu vereinbaren als auch für den wirtschaftlichen Umlauf als wichtige Bedingungen anzusetzen. Aus diesen Gründen betrachtet es die Partei als Aufgabe des Staates, zum Schutz des Eigentums gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen und die Durchführung dieser Maßnahmen von Sicherheitskräften zu schützen.
In den letzten 40 Jahren ist in den Entwicklungsländern auf Grund der nicht ausreichenden Maßnahmen für den Schutz des Eigentums der wirtschaftlichen Entwicklung großer Schaden zugefügt worden. Um der Entwicklung der nationalen Wirtschaft zu helfen, nimmt die ASDP die Verpflichtung des Staates zum Schutz des Privateigentums sehr ernst und wichtig. Wenn aber die Verstaatlichung eines Privatsektors der nationalen wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Gerechtigkeit hilft, hat der Staat das Recht, den Privatsektor durch den Ankauf mit dem entsprechenden Marktpreis zu übernehmen.
Die Verstaatlichung des Privatsektors darf nicht aus politischen Gründen geschehen, das bedeutet, das Privateigentum darf nicht auf Grund von Auseinandersetzungen und Angst der Regierung verstaatlicht werden.
Im Marktsystem werden die Produktionsmenge, Qualität und der Preis nach dem Gesetz des Angebots und der Nachfrage bestimmt. Obwohl wir dem Staat ein gewisses Monopolrecht der Produktion und des Verkaufs geben, soll der Staat von diesem Recht nur dann Gebrauch machen, wenn eine dringende Notwendigkeit vorhanden ist. In Afghanistan wie in vielen anderen Entwicklungsländern nutzen viele Hochbürokraten das Monopolrecht des Staates schamlos aus. Dieses Monopolrecht ist öfter das Zentrum von Heuchelei, Bestechung und Vetternwirtschaft. Deshalb betont die ASDP, dass man die staatlichen Betriebe von Zeit zu Zeit auf ihre positiven und negativen Seiten evaluiert und nur jenen Betrieben weitere Aktivitäten erlaubt, deren Vorhandensein notwendig ist und in ihrer Entwicklung keine gravierende Unregelmäßigkeit vorhanden ist.

Staatlicher Sektor

Die ASDP unterstützt neben dem Privatsektor einen erfolgreichen staatlichen Sektor. Der staatliche Sektor hat zwei Seiten:
- Der Staat als Produzent der Waren und
- der Staat als großer Käufer des Privatsektors.
Obwohl der Privatsektor in der Produktion der Waren besser funktioniert als der staatliche Sektor, will man in den Entwicklungsländern im Privatsektor in manchen Produktionsbereichen, wo die Verlustgefahr groß ist oder kein fester Markt vorhanden ist, nicht investieren. So gibt es z.B. in Afghanistan ein verschieden großes Vorkommen von Bodenschätzen. Die Ausbeutung dieser Bodenschätze braucht möglicherweise ein Kapital von Millionen Dollar. Es ist möglich, dass der Privatsektor entweder nicht in der Lage ist in die Förderung der Bodenschätze zu investieren oder eine solche Investition für den Privatsektor sehr gefährlich oder nicht verkraftbar ist.
Die Bodenschätze stellen einen großen Reichtum des Landes dar, der genutzt werden muss, sonst geht die Entwicklung der nationalen Wirtschaft sehr langsam und schwach vor sich. Deshalb unterstützt die ASDP den Staat bei der Investition zur Gründung von neuen Industrieanlagen und bei manchen großen Betrieben.
Wenn die neue Industrie auf eigenen Füßen steht und der Privatsektor dafür bereit ist, in diesen Bereich zu investieren, sind wir dafür, dass der Staat seine eigenen Anlagen auf der Grundlage der Marktpreise an die Privatinvestoren verkauft und mit dem erworbenen Kapital eine neue Industrie installiert.
Die Rolle des Staates ist sowohl in direkter Produktion als auch als Großkäufer des Privatsektors wichtig. Die Rolle des Staates als Großkäufer kann die Bemühungen des Privatsektors fördern oder hemmen. Diese Rolle des Staates ist heutzutage in verschiedenen Systemen anerkannt Die ASDP sieht die Aufgabe des Staates darin, die ökonomischen Anstrengungen und die Beteiligung des Staates im Privatsektor zu erhöhen, wenn im Privatsektor die ökonomischen Anstrengungen schwächer werden und sich die Arbeitslosigkeit vermehrt.
Wenn aber die Bemühungen des Privatsektors vermehrt werden, soll der Staat seinen Anteil verkleinern. Die ASDP ist der Meinung, dass in der Marktwirtschaft auf natürliche Weise in der Verteilung des Einkommens extreme Unterschiede entstehen. Die Aufgabe des Staates ist es hier, durch die progressive Steuer die extremen Unterschiede des Einkommens zu verkleinern und in die Richtung der gerechten Wirtschaft und Vermögensverteilung positive Schritte zu setzen.

 

Strategie der wirtschaftlichen Entwicklung

Afghanistan ist in ökonomischer Hinsicht ein sehr zurückgebliebenes Land. Eine schnellere wirtschaftliche Entwicklung ist das große Ziel der ASDP. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung haben das Wirtschaftssystem, die wirtschaftliche Strategie des Staates und die Anstrengungen der Bevölkerung große Wirkung. Unserer Meinung nach ist es die Aufgabe der afghanischen Regierung, der Bevölkerung die Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung der Nation im Rahmen eines gesamten Planes zu erklären.

Die ASDP will im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung im allgemeinen folgende Grundgedanken befolgen:

1. Die Strategie der wirtschaftlichen Entwicklung soll im Rahmen der menschlichen und natürlichen Ressourcen die Entwicklung jener Industrie befördern, die Afghanistan auf natürliche Weise mit anderen Ländern gut konkurrenzfähig machen können. Die Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung ist nicht eine mechanische Form, die man in jedem Land und jeder Zeit anwenden kann. Jedes Land soll entsprechend seiner Ressourcen seinen Reichtum und nach internationalen Bedingungen jeweils nach einer bestimmten Zeit eigene Strategien und Entwicklungen darlegen. Die ASDP betrachtet es als Aufgabe der Regierung in bestimmtem Abstand jene Industrie zu bestimmen, die auf internationaler Ebene konkurrieren kann. Die Regierung soll dann den Privatsektor ermuntern, für die Entwicklung zu investieren. Wenn aber der Privatsektor dafür kein Interesse zeigt, muss der Staat für die Entwicklung dieser Industrie einspringen. Unserer Meinung nach sollen in Afghanistan jene Industriezweige gefördert werden, die wenig Kapital und viele Arbeitskräfte brauchen., um für viele Leute Arbeit zu schaffen.

2. Bodenschätze sind Afghanistans größter natürlicher Reichtum. Die ASDP ist der Meinung, dass die mit Bodenschätzen verbundene Industrie in Afghanistan auf internationalem Niveau konkurrenzfähig sein kann. Die Ausbeutung und Verarbeitung der Bodenschätze benötigt aber ein großes Kapital, welches das Land nicht in ausreichendem Maß besitzt. Aus diesem Grund betonen wir, dass die Regierung der Nutzung der Bodenschätze eine große Aufmerksamkeit schenken muss, in dem die internationalen Organisationen für die Beteiligung an der Ausbeutung und Verwertung der Bodenschätze sowie die Entwicklung der damit verbundenen Industrie und ihrer Anwendung im Land und der Verkauf im Ausland und in internationalen Märkten ermutigt werden soll. Die Bevorzugung der ausländischen und internationalen Investoren soll auf einer wirtschaftlichen Notwendigkeit des Landes basieren. Die Regierung soll auch darauf achten, dass die internationalen Organisationen bei ihren Investitionen und Tätigkeiten der Umwelt die Sauberkeit der Umwelt berücksichtigen. Es ist möglich, dass die Naturzustände des Landes im internationalen Bereich konkurrenzfähig machen können, dennoch muss man feststellen, dass die anderen Länder schon früher mit der Industrialisierung begonnen haben und es für Afghanistan am Anfang Schwierigkeiten bei der Industrialisierung geben kann, so, dass man mit Verlust produzieren muss. Die ASDP meint, dass jene Industrie, die trotz
anfänglicher Verluste konkurrenzfähig ist, von der Regierung gefördert werden soll, bis sie in der Lage ist, auf internationaler Ebene konkurrenzfähig zu werden. Dadurch kann von einheimischen Naturressourcen großer Nutzen gezogen werden und die Entwicklung der Wirtschaft beschleunigen werden.

3. Da Afghanistan ein Agrarland ist, wo 80% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig sind, hat die Politik der Regierung für die Bebauung des landwirtschaftlichen Bodens und die Unterstützung der Bauern für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes eine große Bedeutung. Obwohl in Afghanistan der anbaufähige landwirtschaftliche Boden im Vergleich zur Bevölkerungszahl gering ist, gibt es dennoch genug Möglichkeiten den trockenen und brachliegenden Boden zu bewässern und für die Landwirtschaft fruchtbar zu machen. Die ASDP unterstützt tatkräftig die Projekte für die Gewinnung neuen Bodens für die Landwirtschaft und deren Bewässerung. Die Statistik zeigt, daß in Afghanistan die Konzentration des Eigentums an Boden nicht sehr hoch ist. Deshalb meint die ASDP, daß eine nochmalige Verteilung des Bodens die Schwierigkeiten und Probleme der Bauern nicht beseitigen kann, denn die Mehrheit der Bauern kann weiterhin einen durchschnittlichen Lebensstandard durch die Verteilung des Bodens nicht erreichen Die Verteilung des Bodens in kleine Parzellen ist für die moderne Technologie auch nicht geeignet und die Produktion bleibt dadurch auf niedrigem Niveau und wirkt sich auf die Entwicklung der nationalen Wirtschaft negativ aus. Die Verteilung des Bodens auf kleine Parzellen kann für das Leben der Bauern keine dauerhafte Veränderung und Verbesserung bewirken. Der Besitz einer kleinen Parzelle bringt die Bauern in einen Zustand, daß sie weder von dieser Parzelle leben können noch diese verlassen können. Die ASDP meint, daß einerseits die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden soll und andererseits die Zahl der Beschäftigten im landwirtschaftlichen Sektor verkleinert werden und ihre große Zahl vom Industriesektor übernommen werden soll. In den entwickelten Ländern ist der Anteil der Bauernschaft in der Gesellschaft sehr gering. Wir sind der Meinung, daß eine große Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten und ihre Kinder in einem nicht landwirtschaftlichen Sektor aufgenommen werden sollen. Wir wollen, daß in Afghanistan die Landwirtschaft kommerzialisiert wird, große private Farmen errichtet werden und in der Landwirtschaft von neuen Technologien Gebrauch gemacht wird, damit die Produktion in der Landwirtschaft vermehrt wird. Eine solche Politik ist sowohl für die landwirtschaftlichen Produzenten als auch für die Besitzer des Landes und für die Entwicklung der nationalen Wirtschaft geeignet. Die ASDP ist der Meinung, daß die überschüssige landwirtschaftliche Produktion zum Großteil als Eigentum der Bauern und der übrige Teil als Eigentum der Landbesitzer anerkannt werden soll. Die Partei meint, daß die Bauern Vereine, Organisationen und Genossenschaften gründen sollen, damit die Landbesitzer nicht beliebig und leicht entlassen werden können. Wir sind der Meinung, solche Änderung bringt eine positive Wirkung bezüglich der Erhöhung des Lebensstandards der Bauern. Wir meinen, daß der Schutz des Eigentums die Landbesitzer auch dazu führt, sie für mehr Produktion in der Landwirtschaft zu motivieren. So können solche Änderungen zur Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Die ASDP sieht als eine Aufgabe der Regierung, jene landwirtschaftlichen Produkte zu bestimmen, mit denen Afghanistan mit anderen Ländern konkurrenzfähig sein kann und die Bauern und den landwirtschaftlichen Handel für den Export dieser Waren motivieren und intensivieren soll. Es ist auch die Aufgabe der Regierung, mindestens am Anfang für afghanische landwirtschaftliche Produkte internationale Märkte zu suchen. Obwohl für diese Zwecke grundlegende Untersuchungen und eine wohldurchdachte Planung notwendig ist, kann die Produktion von Früchten auf Grund des geeigneten Klimas in Afghanistan konkurrenzfähig sein und dadurch sind wir der Meinung, daß Afghanistan in dieser Region das Zentrum der Produktion von Früchten sein kann. Deshalb betont die ASDP die Entwicklung der Handelsprojekte, die mit dem Sektor der Produktion von Früchten im Zusammenhang stehen. Wir sind sicher, daß diese Politik den Lebensstandard der vielen Gärtner erhöht und zur Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes positiv beitragen kann.

4. Die ausländischen Investitionen in Afghanistan werden von der ASDP tatkräftig unterstützt. Für die vermehrte wirtschaftliche Aktivität Afghanistans und die Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung braucht man große Kapitalinvestitionen. Obwohl wir vor allem die heimischen Investoren motivieren, in verschiedene Sektoren zu investieren, meinen wir dennoch, daß in Afghanistan nicht so viel Kapital vorhanden ist, um alle notwendigen Entwicklungen durch einheimische Kapitalinvestitionen zu erfüllen. Deshalb ist es für Afghanistan notwendig, ausländisches Kapital im Landes anzuwerben. Die ausländischen Investoren investieren aber im Ausland nur dann, wenn sie davon überzeugt sind, daß ihr Kapital geschützt und sicher ist. Eine Anwerbung von Auslandskapital ist heutzutage schwer, denn heute wissen viele Entwicklungsländer, daß die Kapitalflucht - sowohl inländisches als auch ausländische - einen großen Nachteil für die nationale Wirtschaft mit sich bringt und den Lebensstandard der Bevölkerung verschlechtert. Deshalb ist für die Gewinnung der Investition von Auslandskapital eine große Konkurrenz zwischen den Ländern vorhanden.
Aus diesen Gründen unterstützt die ASDP die internationalen Investoren durch günstige Bedingungen. Diese Partei tritt für Gesetze ein, die den internationalen Schutz gewährleisten. Wir meinen jene Gesellschaften, die in Afghanistan investieren, müssen die Freiheit haben, jederzeit ihr Kapital und ihren Profit aus Afghanistan abzuziehen.
Wir sind bereit mit anderen Ländern in Bezug des Anwerbens von nationalem Kapital zu konkurrieren. Diese Partei schlägt vor, daß Afghanistan niemals mehr Steuern von Investitionen von Auslandskapital verlangt als die Konkurrenzländer. Aber es ist die Aufgabe der Regierung, den ausländischen Investoren nicht zu erlauben, sich in die politischen Angelegenheiten des Landes einzumischen und sie in wirtschaftlichen Bereichen nicht mehr als notwendig zu bevorzugen.
Die Bevorzugung und Motivierung der ausländischen Investoren in Afghanistan hängt von der Entwicklung der Industrie, dem Interesse der Investoren und von der Entwicklung der Industrie und dem Interesse der Konkurrenzländer ab. Diese Umstände kann man nicht immer im voraus bestimmen, deshalb ist es die Aufgabe der Regierung in dieser Angelegenheit genau und richtig zu urteilen.
Die früheren Kommunisten in Afghanistan und einige der heutigen islamischen Gruppierungen sind zumindest gedanklich gegen ausländische Investoren. Unserer Meinung nach bringt solche Gegnerschaft für die nationale Wirtschaft des Landes einen Nachteil mit sich.
Einige linke Gruppierungen sind theoretisch gegen eine internationale Kapitalinvestition. Wenn sie aber an die Macht kommen, dann wirbt sie um ausländisches Kapital an. Unserer Meinung nach bringen solche widersprüchlichen Stellungnahmen keine Vorteile mit sich, sondern machen die internationalen Investoren ängstlich.
Die ASDP hat einen klaren und deutlichen Standpunkt. Wir wollen eine internationale Kapitalinvestition, die unsere nationale Wirtschaft unterstützt. Wir versichern der internationalen Kapitalinvestition den Schutz und sind bereit für die Anwerbung der internationalen Kapitalinvestition mit anderen Bewerbern konkurrenzfähig zu machen. Wenn aber die Verstaatlichung von internationalen Betrieben für die Nationalwirtschaft notwendig und vorteilhaft ist, geben wir dem Staat das Recht dies zu tun. Um den internationalen Investoren durch diese Verstaatlichung keinen Schaden zuzufügen und die anderen internationalen Investoren nicht ängstlich zu machen, verlangen wir vom Staat die verstaatlichten Firmen gerecht entsprechend dem herrschenden Marktpreis zu entschädigen.
Im Bereich der Auslandsinvestoren geben wir der Rolle der Auslandsafghanen große Wertschätzung. Einige Afghanen, die außerhalb des Landes, wie im Westen, in Australien und im Nahen Osten leben, haben gro0es Kapital akkumuliert. Die ASDP will das Kapital dieser Afghanen für die wirtschaftlichen Projekte im Lande anwerben und sie dazu motivieren, im Land zu investieren. Solche Politik bewirkt nicht nur Positives für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, sondern verstärkt die Beziehung dieser Afghanen mit ihrer Heimat.

 

Klassenkampf

Auf internationaler Ebene haben viele fortschrittliche Parteien und Bewegungen kommunistische Gedanken und Bewegung von Anfang an und in der Dritten Welt nach dem Zweiten Weltkrieg direkt oder indirekt das Verlangen des Klassenkampfes unterstützt. Die Vertreter des Klassenkampfes meinen, daß die Mitglieder der Gesellschaft in solche verschiedene Klassen geteilt sind, deren Vorteile und Zielsetzungen untereinander unversöhnliche Widersprüche haben.
Die ASDP lehnt die Gedanken eines Klassenkampfes vehement ab und betont die nationale Einheit, sie gibt verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, wie Genossenschaften, Gewerkschaften sowie Vereinen und Verbänden im Rahmen des Gesetzes Möglichkeiten, um ihre Interessen friedlich zu verteidigen und ihre Rechte zu erkämpfen.
Obwohl die verschiedenen Teile und Schichten der Gesellschaft ihre eigenen Interessen haben, sind wir dennoch der Meinung, daß die gesellschaftlichen Gruppen über die einzelnen Klassenvorteile auch einen gemeinsamen Nutzen haben.
Die ASDP unterstützt eine Gerechtigkeit in der Gesellschaft und lehnt die Vorstellung ab, daß die Gerechtigkeit in der Klassengesellschaft nicht möglich ist. Wir betonen, daß Arbeiter und Kapitalisten, Bauern und Grundbesitzer sich bemühen, die nationale Produktion zu steigern, damit von dieser gesteigerten Produktion alle Teile der Bevölkerung profitieren können.

Gesellschaftliche Vereine

Die ASDP lehnt den Klassenkampf ab, der akzeptiert, daß verschiedene gesellschaftliche Gruppen verschiedenen Interessen haben. Die Partei gibt allen Gruppen, Schichten, Berufsverbänden und Organisationen das Recht, sich zu organisieren und Vereine zu bilden. Wir sind der Meinung, daß ohne Vereine und Verbände die beruflichen und ökonomischen Interessen der Bevölkerung nicht entsprechend vertreten und berücksichtigt werden. Aus diesem Grund unterstützen wir im Lande die Bildung der verschiedenen Berufsverbände. Aber neben den Interessen der Vereine und Verbände müssen wir die nationalen Interessen auch berücksichtigen.
Wenn die Industriearbeiter und die Arbeitgeber in verschiedenen Angelegenheiten und Konflikten nicht zu einer Lösung kommen und der Streit lange dauert, hat dies eine negative Wirkung auf die nationale Wirtschaft. In solchen Fällen sind wir der Meinung, daß die Regierung die Verpflichtung hat, sich einzuschalten. Das Eingreifen der Regierung in den Konflikt soll von einer unabhängigen Behörde geleistet und beurteilt werden und ihre Urteile und Beschlüsse sollen dann durchgeführt werden.
Die ASDP ist der Meinung, daß für die Lösung der Konflikte der Berufsverbände die Bewertung der Veränderung in der Produktion eine gute Grundlage darstellt. Wenn z.B. in einem Betrieb mehr produziert wird, müssen die Arbeiter an der Produktionssteigerung beteiligt werden. Wenn aber keine Änderung in der Produktion stattfindet oder die Produktion vermindert wird, dann haben die Arbeiter auch kein Recht einen höheren Lohn zu verlangen. Die von diesem Konflikt unabhängigen Behörden der Berufsverbände sollen in diesem Bereich ausführliche Pläne erarbeiten.

Die Rolle des Staates zur Arbeitsbeschaffung für die Bevölkerung

Die wirtschaftliche Aktivität und das Niveau der Arbeit hängen direkt von der Politik der Regierung ab. Die ASDP will danach streben, im Land die Aktivität und das Niveau der Wirtschaft zu erhöhen. In diesem Zusammenhang glauben wir, daß sowohl im Inland die wirtschaftlichen Betriebe im Gange gesetzt werden sollen als auch sich die Regierung bemühen muß, im Ausland bes. in befreundeten Ländern für viele Afghanen als Gastarbeiter Arbeit zu schaffen. Dadurch wird die wirtschaftliche Lage vieler Arbeiter verbessert und andererseits wird durch Geldüberweisungen in die Heimat auf die wirtschaftliche Lage des Landes eine positive Wirkung erzielt.
Die ASDP ist der Meinung, daß in manchen ölproduzierenden reichen arabischen Ländern das Gefühl der Freundschaft zu Afghanistan besteht und die Regierung in Afghanistan soll dieses Gefühl wahrnehmen und für viele Afghanen dort Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Afghanistan soll auch Arbeitsmöglichkeiten und Arbeitsvereinbarungen in wirklich befreundeten Ländern suchen.

Ausbildung und Wirtschaft

Die ASDP betont die Notwendigkeit der Ausbildung und sieht dadurch eine starke Verbindung der ausgebildeten Fachkräfte zur wirtschaftlichen Entwicklung.
Früher war in Afghanistan die Beziehung zwischen Bildung und Wirtschaft sehr schwach. Die vorhandenen Universitäten bildeten meistens die Verwaltungsbeamten aus. Die Absolventen des berufsbildenden Bereichs konnten ihre Aufgaben nicht entsprechend erfüllen.
Die ASDP verlangt für die Absolventen der Mittelschulstufe die Errichtung und Förderung der berufsbildenden Schulen wie Schulen für den Baubereich, Tischlerei, Elektrizität, Installation, Schneiderei, Gastronomie, Autoreparatur usw.
.Im höheren Bildungsbereich legt man Wert auf die Qualität der Bildung.

Finanzpolitik

In der nationalen Wirtschaft hat die Finanzpolitik 3 große Ziele: Einnahme für die Regierung, Veränderung in der Verteilung des Nationaleinkommens und Verstärkung einiger Sektoren der Nationalwirtschaft. Weil der Boden in Afghanistan ein große Quelle für das Einkommen ausmacht, meint die ASDP, daß die Steuer auf Grund und Boden einen Großteil der Einnahmen des Staates ausmachen soll.
Um bei der Grund- und Bodenbesteuerung auf die schwächeren und ärmeren Bauern Rücksicht zu nehmen, unterstützen wir eine sozial gerechte Steuer.
Die natürlichen Reichtümer in Afghanistan, wie Minen, Gas, Öl, Wälder und jener Grund und Boden, der nicht zum Privateigentum gehört, werden als Staatseigentum betrachtet. Der Staat kann durch die Entwicklung dieser natürlichen Reichtümer noch Einkommen erwerben. Ebenso kann der Staat über das erwähnte Einkommen hinaus noch eine Steuer über Einfuhren im Lande verlangen. Um über die Verteilung des nationalen Einkommens der Bevölkerung mit wenig Einkommen gerecht zu werden, unterstützt die ASDP höhere Besteuerung der Einfuhr von Luxusgütern und eine niedrige Besteuerung für diejenigen Importwaren, die für die Bevölkerung notwendig sind.
Die ASDP unterstützt im allgemeinen das Prinzip der progressiven und gerechten Besteuerung. Da aber in Afghanistan der Wirtschafts- und Finanzaustausch und die Vereinbarungen nicht auf modernem Weg des Bankwesens geschehen, wird der Staat noch lange nicht in der Lage sein, die Einnahmen der Bevölkerung genau zu kontrollieren. Aus diesen Gründen soll der Staat bis zur Erreichung des modernen Stadiums der Registrierung des Einkommens zumindest auf die Einfuhr der Waren sowie auf Grund und Boden eine progressive und gerechte Steuer verlangen, um daraus zu profitieren. Ebenso betont die ASDP die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Ausgaben und Einnahmen des Staates. Es ist zwar nicht immer zwingend, jedes Jahr zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Regierung ein Gleichgewicht zu erreichen, dennoch sind wird gegen eine dauernde Ungleichheit zuungunsten der Einnahmen.

Geldpolitik

Die ASDP wünscht sich für das Land das Vorhandensein einer Geldstabilität, da diese für die wirtschaftliche Berechnung und Planung notwendig ist. Eine höhere Inflation vermindert das Vertrauen der Bevölkerung und verursacht selbst negative Auswirkungen auf eine vernünftige wirtschaftliche Schätzung und die Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivität.
In Entwicklungsländern ist die wichtigste Ursache für die Inflation die zu hohe Anzahl des Drucks von Geldscheinen durch die Banken und deren zu hohe Umlauf. Unserer Meinung nach ist in den letzten Jahren die Ursache für die höhere Inflation in Afghanistan das Ergebnis dieser unverantwortlichen Geldpolitik. Die ASDP betont, daß die kommende Regierung nach der genauen Finanz- und Gelddiszplin handeln soll und dabei versuchen müßte, keine Inflation mit mehr als 10% zuzulassen

Zusammenfassung


Die ASDP unterstützt eine gemischte Wirtschaft, wir wollen einen starken Privatsektor, der auf der Grundlage der freien Marktwirtschaft basiert. Wir sehen den Besitz eines Privateigentums mit Wohlwollen und meinen., daß die Regierung den Privatsektor tatkräftig unterstützen und schützen soll. Wir wollen neben einem starken Privatsektor auch einen aktiven staatlichen Sektor. Der Staat soll in jene wirtschaftlichen Betriebe investieren, in die der Privatsektor nicht investieren will. Wenn aber der Privatsektor in diese Betrieben zu investieren bereit ist, soll der Staat diese Betriebe an Privatsektoren nach dem herrschenden Marktpreis verkaufen. Wir geben dem Staat das Monopol für den Kauf und Verkauf einiger Waren. Aber diese Bevorzugung geben wir dem Staat nur dann, wenn das Monopolrecht des Staates zu Gunsten der Bevölkerung verwendet wird und verhindert, daß die Bürokraten die für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Die ASDP betont, daß die afghanische Regierung immer nach einer bestimmten Periode die wirtschaftliche Strategie neu entwerfen soll.
Wir unterstützen die Entwicklung jener Industrien, die Afghanistan in die Lage versetzen, mit anderen Ländern in natürlicher Weise in fruchtbare Konkurrenz zu treten. Wir denken, daß die landwirtschaftliche Nutzfläche in Afghanistan im Vergleich zur Bevölkerungszahl gering ist und die Verteilung der Grundstücke die wirtschaftlichen Probleme der Bauern nicht lösen kann. Wir betonen, daß der Grund und Boden in Form der Handelsbetriebe verwaltet werden soll. Wir meinen, daß sowohl die Bauern als auch die Grundbesitzer gemeinsam versuchen sollen, die landwirtschaftlichen Produktion zu steigern und einen Teil der vermehrten Produktion den Bauern und den anderen Teil den Grundbesitzern zur Verfügung zu stellen. Die ASDP ist der Meinung, daß Afghanistan im Vergleich zu anderen Ländern für die Produktion der Früchte ein besseres Klima hat und dieses Plus soll für die Entwicklungsstrategie des Landes berücksichtigt werden.
Die Regierung soll sich bei der Ausbeutung der Bodenschätze intensiv bemühen und in diesem Bereich für die internationale Investition bessere Bedingungen schaffen.
Die ASDP glaubt nicht an den Klassenkampf, aber gibt der Bevölkerung das Recht durch Vereine und Verbände ihre Rechte zu schützen und zu verteidigen. Die ASDP verlangt eine enge Beziehung zw. Ausbildung und Wirtschaft und unterstützt eine progressive Steuer, eine Balance zw. Einnahmen und Ausgaben und eine Geldstabilität.

Gesellschaftliche und kulturelle Bereiche

Kultur

Die afghanische Kultur ist ein Teil der großen islamischen Kultur. In der afghanischen Kultur hat der islamische Glauben einen großen Stellenwert. Die islamische Kultur verbindet uns mit allen Moslimen der Welt. Die ASDP strebt danach, daß in unserer Kultur der islamische Glauben immer eine bestimmende Rolle spielen soll und unsere Beziehung mit der übrigen islamischen Welt stark beleibt. Aber neben dem Islam hat unsere Kultur auch afghanische Eigenheiten und Vorzüge.
Die ASDP ehrt die afghanischen kulturellen Eigenschaften und versucht in unserer Kultur noch afghanische Besonderheiten und Vorzüge zu entfalten.
Obwohl unsere islamische und afghanische Kultur unsere nationale Identität bestimmen, haben heute durch die wissenschaftliche und technologische Entwicklung alle Nationen der Welt miteinander breite kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen und die Weltkultur und Zivilisation beeinflußt alle anderen einzelnen Kulturen. Einige afghanische politische Gruppierungen meinen, daß Afghanistan mit nicht moslemischen Kulturen keine Beziehung haben, sondern entweder die Isolation bzw. einen Abstand wählen oder mit ihnen in Feindschaft leben soll.
Die ASDP bevorzugt eine breite Beziehung mit den Kulturen der Welt. Eine kulturelle Isolation oder ein Kampf mit anderen Kulturen lehnt die ASDP ab. Diese Partei unterstützt einerseits die Bewahrung der guten Beziehung zw. verschiedenen Kulturen und Zivilisationen und andererseits unterstützt sie die Anstrengungen, daß die schlechten und unmoralischen abweichenden Aspekte der westlichen Kultur im eigenen Land nicht zugelassen werden.

 

Pflege und Entfaltung der Sprache

Die afghanische Gesellschaft besteht aus verschiedenen ethnischen und sprachlichen Gruppen. Die ASDP will, daß die afghanischen Brudervölker trotz der Bewahrung ihrer eigenen ethnischen Eigenschaften treu zur afghanischen Gesellschaft halten. In dieser nationalen Gesellschaft sollen alle Menschen als Individuum die gleichen Rechte und Pflichten haben. Unserer Meinung nach kann ohne gesetzliche Gleichstellung eine nationale Gesellschaft nicht aufgebaut werden. Die ASDP unterstützt die Entfaltung der Sprache von allen ethnischen Gruppen, aber im offiziellen Bereich erkennt sie nur Pachto und Dari als Amtssprachen an. Pachto gilt neben seinem offiziellen Charakter auch als Nationalsprache des Landes.
Im Bezug auf Pachto zeigen wir ein früheres Problem auf. Obwohl alle frühere Regierungen Pachto als offizielle und nationale Sprache anerkannt haben und Pachto die Sprache der Mehrheit der Bevölkerung ist, hat Pachto dennoch in den offiziellen Stellen und in der Verwaltung keine allgemeine Anwendung gefunden.
Die ASDP anerkennt die Ausweitung von Pachto in der Regierung und in Nicht-Regierung-Organisationen als ein Grundprinzip und unterstützt ihre Verwirklichung. Diese Partei gibt jeder Person das Recht jede Position im Staat auf rechtlichem Weg zu erwerben. Mit einer Bedingung, daß sie auf beide Sprachen (Pachto und Dari) zu kommunizieren in der Lage sind. In diesem Zusammenhang verurteilen wir die Unachtsamkeit und den Mißerfolg der früheren Regierungen.

Rechte der Frauen

Nach der Meinung der ASDP sind die Rechte der Frauen seit früher Zeit mit Füßen getreten worden. Diese Partei will, daß die Frauenrechte im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich geschützt werden. Die Frauen müssen das Recht haben, zu wählen und für Posten gewählt zu werden.
Die Frauen haben das Recht zu arbeiten und für ihre Arbeit entsprechend wie die Männer gerecht entlohnt zu werden. Wenn der Staat in der Lage ist für die Frauen getrennte gesellschaftliche Institutionen zu schaffen und dort die Frauen anzustellen, sind wir nicht dagegen. Aber der Vorwand, daß es für die Frauen keine getrennten Institutionen gäbe, wo sie beschäftigt werden könnten und daher keine Beschäftigungsmöglichkeit für die Frauen vorhanden wären, ist für uns inakzeptabel. Ebenso haben die Frauen wie Männer das Recht auf Bildung. Wenn der Staat für die Frauen getrennte Bildungsinstitutionen schafft und dort die Mädchen und Frauen ausgebildet werden, ist das für uns akzeptabel. Wenn es aber für die Frauen keine getrennte Bildungsinstitutionen gibt, dürfen die Frauen dennoch nicht von den Bildungsinstitutionen ausgeschlossen werden.
Entsprechend der islamischen Prinzipien und Gesetzgebung wollen wir auch, daß das Einverständnis für die Verheiratung als Bedingung eingeholt werden muß. Im Bezug auf die Rechte der Frauen lehnen wir die Position einiger Gruppierungen ab. Nach den Vorstellungen Reden und Taten dieser Gruppen scheint es so, daß sie die Rechte der Frauen nicht ernst nehmen und diese sogar ablehnen. Unserem Verständnis nach sind diese Meinungen und Vorstellungen ungerecht und sind daher für uns nicht annehmbar.

Bildungswesen

Die ASDP glaubt, daß über die gesetzliche Gleichberechtigung der Menschen hinaus die Gleichheit der Möglichkeit geschaffen werden muß. In den reichen Industrieländern, in denen die Regierungen für die Bevölkerung die Möglichkeiten der Gleichheit betonen, unterstützt sie die ärmeren bzw. weniger begüterten Familien mit finanziellen Mitteln, damit deren Kinder mit anderen Kindern durch gleiche Chancen Konkurrenzmöglichkeit haben. Der afghanische Staat ist auf Grund der ökonomischen Rückständigkeit leider nicht in der Lage, die ärmeren Schichten der Bevölkerung finanziell zu unterstützen. Das Bildungssystem spielt aber auch in wenig entwickelten Ländern eine wichtige Rolle für die Möglichkeit der Gleichberechtigung. In diesen Ländern ist auch der Staat gewillt, den wenig begüterten Familien im Bereich der Bildung Hilfe zu gewähren. Die ASDP unterstützt deshalb eine allgemeine und kostenlose Bildung. Die Partei akzeptiert die staatlichen Schulen, aber in manchen Fällen erlaubt sie auch private berufsbildende Schulen und Kurse, wie Automechanik Computer, Maschinschreiben, Elektrizität, Installation, Hotelfachschule usw. Unserer Meinung nach soll das Ziel der Primarschule u.a. Alphabetisierung, beginnende Bekanntschaft mit religiösen, gesellschaftlichen und naturwissenschaftlichen Bereichen sein. Die Aufgabe der mittleren berufsbildenden Schule soll die Ausbildung von fachlich qualifizierten Arbeitern sein. Die höhere Bildung, Hochschul- und Universitätsbildung soll hauptsächlich der wissenschaftlichen Ausbildung und Forschung dienen und eine Vorbereitung für ein qualifiziertes Personal im Bereich der Wirtschaft und in anderen Sektoren sein.
Die Universitätsausbildung soll mit der Wirtschaft des Landes in Beziehung stehen. Die ASDP betont die Qualität der Ausbildung und bevorzugt den praxisbezogenen Teil der Ausbildung.
Unserer Meinung nach bringt die Ausbildung ohne Qualität und ohne Bezug zur Wirtschaft nicht nur keine Vorteile für die Entwicklung der Wirtschaft, sondern schafft auch eine Atmosphäre für eine politische Unruhe im Lande.
Erziehung und Bildung ist aber nicht nur für den Erwerb der Wissenschaft und Fachqualifikation wichtig, sondern auch für die Verstärkung und Pflege der Tradition und der Wertordnung. Die ASDP will, daß die afghanische Erziehung und Bildung den Schülern den Islam, die Heimatpflege und die Pflege der Nation, die nationale Einheit, die Demokratie und menschliche Werte beibringen soll. Die Partei erkennt auch die Realität der Wissenschaft an und ist gegen jene Gruppen, welche die Wissenschaft als Anhängsel ihrer Ideologie betrachten. Einige afghanischen Gruppierungen wollen nicht, daß wissenschaftliche Untersuchungen und wissenschaftliche Realität unabhängig von Ideologie und Weltanschauung existieren soll. Die ASDP lehnt die Einmischung der Ideologie in die wissenschaftlichen Institutionen ab. Wir geben Wissenschaftlern in ihrem Bereich für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen volle Freiheit und sind der Meinung, daß die Beschränkung ihrer Tätigkeit die Ausbreitung der Wissenschaft verhindert.

Gesundheit, Alphabetisierung und Hilfe für Mittellose

Die ASDP unterstützt die Beschleunigung und Erleichterung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Wir wollen, daß in jedem Bezirk (wolaswali) ein Spital oder zumindest eine Ambulanz vorhanden sein soll. Daneben soll die Vorsorgemedizin entwickelt werden und der Umweltschutz soll besonders berücksichtigt werden. Die ASDP mißt der Alphabetisierung der Bevölkerung große Bedeutung bei und unterstützt mit voller Überzeugung den Kampf gegen das Analphabetentum. Für die Erwachsenen sollen in jeder Ecke des Landes mit staatlicher Unterstützung Alphabetisierungskurse eingerichtet werden. Ebenso unterstützt die Partei die staatliche Hilfeleistung für ärmere Menschen, Waisen und Witwen im allgemeinen und für die Witwen und Waisen der Mudjahedin im besonderen.
Kunst, Literatur und Sport
Die ASDP unterstützt auf nationaler Ebene die Entfaltung der Kunst, Literatur, Musik und Sport, denn diese helfen der Entwicklung der nationalen Kultur. Wir lehnen den nicht begründbaren Widerstand gegen Kunst, Musik und Sport entschieden ab.

Zusammenfassung

Die ASDP erklärt sich mit der hohen Wertschätzung des islamischen Glaubens in unserer Kultur einverstanden und betont daneben die Besonderheit der afghanischen Kultur. Im kulturellen Bereich strebt die Partei die Ausbreitung der kulturellen Beziehung mit anderen Kulturen und internationalen Zivilisationen an. Diese Partei unterstützt die Entwicklung und Entfaltung aller im Land existierenden Sprachen. Aber nur Pachto und Dari werden als offizielle Sprachen des Landes anerkannt und Pachto erkennt die Partei noch zu ihrem offiziellen Charakter auch als Nationalsprache des Landes an. Diese Partei unterstützt vehement die Verbreitung und Verwendung von Pachto im offiziellen Bereich und in Nichtregierungs-Bereichen.
Die ASDP will die Rechte der Frauen in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen schützen. Frauen müssen das Recht haben zu wählen und für staatliche Bereiche gewählt zu werden. Sie müssen entsprechend ihrer Arbeit gerecht belohnt werden. Für die Frauen müssen in Bildung und Ausbildung die gleiche Chance wie für die Männer geboten werden. Die ASDP unterstützt die kostenlose Erziehung und Ausbildung für alle Teile der Bevölkerung. Im höheren und universitären Bildungsbereich betont die Partei die Qualität der Bildung und den praxisbezogenen Bildungsbereich. Ebenso will die Partei, daß in der afghanischen Erziehung und Bildung die Werte und die Pflege des Islam, die Heimat- und Nationspflege, die Einheit der Nation, die Demokratie und die Achtung des Menschen von Schülern und Studenten akzeptiert und entfaltet werden. Die ASDP glaubt an die Akzeptanz und Realität der Wissenschaft und unterstützt die Freiheit der Wissenschaft und Kunst und der Wissenschaftler bei ihren wissenschaftlichen Untersuchungen und lehnt die Bedingungen und Beschränkungsmaßnahmen von Seiten der Ideologie an die Wissenschaft ab. Diese Partei unterstützt die nationale Kunst, die Literatur, Musik und den Sport. Die ASDP glaubt, daß die Festigung der oben erwähnten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Werte in Afghanistan eine nationale, islamische, demokratische und entwickelte Gesellschaft aufbaut. Wir sind der Meinung, daß der Aufbau einer solchen Gesellschaft dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung entspricht. Wir wissen auch, daß eine solche Gesellschaft natürlich auch inländische und ausländische Feinde hat.
Die ASDP ladet alle jene Landsleute, die den Aufbau einer nationalen , islamischen, demokratischen und entwickelten Gesellschaft in Afghanistan unterstützt, dazu ein, mit der ASDP zusammen zu arbeiten, Mitglieder dieser Partei zu werden und gemeinsam für die Verwirklichung und Erreichung dieser Ziele zu arbeiten und zu kämpfen.

Es lebe Afghanistan, Sieg unserer Bewegung!


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